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Spinalkanalstenose-Operation ohne Schrauben (minimalinvasive Chirurgie / UBL)

Autor: Op. Dr. M. Levent Deniz, Facharzt für Gehirn-, Nerven- & WirbelsäulenchirurgieZuletzt aktualisiert:

Zusammenfassung

Die schraubenfreie Spinalkanalstenose-Operation (UBL) ist ein mikrochirurgisches Verfahren: Über einen einseitigen Zugang werden die Nerven auf beiden Kanalseiten entlastet und die hinteren Stützstrukturen der Wirbelsäule geschont. Bei geeigneten Patienten sind weder Schraubenimplantate noch Fusion notwendig; meist genügt eine Übernachtung im Krankenhaus.

Video: Wie läuft die Operation einer Spinalkanalstenose ohne Schrauben ab? (3D-Animation)
Deutsche Übersetzung des Videotranskripts (Ton auf Türkisch)

Die mikrolumbale Laminoplastik bei Spinalkanalstenose ist eine minimalinvasive Technik, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Nach einem etwa drei Zentimeter langen Hautschnitt wird der Knochen mit einem Retraktor erreicht. Durch Entfernung einer kleinen Knochenmenge wird die eingeengte Nervenwurzel entlastet.

Anschließend wird der Retraktor auf die Gegenseite gerichtet. Der Wirbelkanal wird innen abgetragen, um die Nervenwurzel der anderen Seite zu erreichen. Durch Entfernung eines weiteren kleinen Knochenanteils wird auch diese Nervenwurzel entlastet.

Die Operation dauert etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Der Krankenhausaufenthalt beträgt zwei Tage.

Im Vergleich zur klassischen Laminektomie bei Spinalkanalstenose benötigt diese Technik einen kleineren Hautschnitt, durchtrennt weniger Muskelgewebe und entfernt nur eine Seite der Lamina. Auf der anderen Seite wird lediglich ihre Innenfläche abgetragen, um den Wirbelkanal zu erweitern. Dadurch wird die Anatomie des Patienten weniger beeinträchtigt und die Erholungsphase nach der Operation verkürzt.

Was ist die schraubenfreie Stenoseoperation? (UBL-Technik)

Nicht jeder Patient benötigt Schrauben. Bei geeigneten Patienten beseitigt eine beidseitige Dekompression über einen einseitigen Zugang (UBL oder ULBD) den Nervendruck und erhält die hinteren Stützstrukturen weitgehend. Dank der mikrochirurgischen Fortschritte der letzten Jahre wenden wir diese Methode an. Das Prinzip dieses innovativen Verfahrens:

  • Kleiner Zugang: Gegenüber der klassischen Technik erfolgt der Zugang über einen wesentlich kleineren Hautschnitt mit minimaler Beeinträchtigung der umgebenden Muskulatur.
  • Beidseitige Erweiterung über einseitigen Zugang: Nur eine Seite des hinteren knöchernen Dachs (Lamina) wird entfernt.
  • Abtragen von innen: Mithilfe hochauflösender Operationsmikroskope wird die Gegenseite erreicht und nur ihre innere (vordere) Knochenfläche millimetergenau abgetragen.

Obwohl der Eingriff von außen einseitig erscheint, werden so durch einen einzigen Zugang die Nerven beider Kanalseiten entlastet.

Traditionelle Laminektomie und Schraubenbedarf

Bei der Operation der Spinalkanalstenose wird weltweit seit vielen Jahren die klassische offene lumbale Laminektomie eingesetzt. Sie beruht auf der vollständigen Entfernung der Laminae, der Knochenstrukturen hinter den Wirbeln, die das Kanaldach bilden. Bei der klassischen Operation:

  • Können große Mengen Knochen und kräftige stabilisierende Bänder entfernt werden.
  • Kann die ausgedehnte Entfernung von Knochen und Bändern bei manchen Patienten später das Risiko eines Wirbelgleitens (Spondylolisthesis) erhöhen.
  • Wird bei Bedarf eine instrumentierte Operation bei Wirbelgleiten (Fusion) durchgeführt.

Operationsablauf

  • Anästhesie: Der mikrochirurgische Eingriff erfolgt unter Vollnarkose in einem vollständig ausgestatteten Operationssaal.
  • Gewebeschonung: Ziel ist eine ausreichende Nervenentlastung bei Erhalt der stabilisierenden Muskeln und Bänder.
  • Aufenthalt und Genesung: Meist eine Übernachtung. Die Schonung von Muskeln und Knochen vermindert frühe postoperative Rückenschmerzen und erleichtert die Rückkehr in den Alltag.

Erfolgsquoten der schraubenfreien Operation

Bei geeigneten Patienten ist die Operation ohne Schrauben ebenso erfolgreich wie eine instrumentierte Fusion: Nach 2 und 5 Jahren unterschieden sich Alltagsbeeinträchtigung und Gehstrecke nicht [1, 3]. Gegenüber offener Laminektomie waren 84 % zufrieden (offen 75 %); die erneute Operationsrate lag bei 1,6 % (offen 5,8 %) [4]. Bei leichtem Wirbelgleiten wurde dagegen in der Gruppe mit zusätzlichen Schrauben eine bessere Lebensqualität festgestellt [5]; daher wird individuell entschieden.

Welche Risiken bestehen?

Blutverlust und Krankenhausaufenthalt sind geringer als bei offener Laminektomie, das Risiko einer Duraläsion ist ähnlich [4]. Ohne Schrauben treten keine Schraubenlockerungen oder Implantatprobleme auf; nach Fusion entsteht häufiger eine neue Enge im Nachbarsegment [2]. Dennoch handelt es sich um eine Operation: Duraläsionen, Nervenschäden, Infektionen, Blutungen und erneuter Operationsbedarf sind möglich. Wird eine Duraläsion während der Operation erkannt, wird sie repariert.

🩺 Ärztliche Einblicke & klinische Erfahrung

„Mein Operationsziel ist eine ausreichende Nervenentlastung bei möglichst weitgehendem Erhalt der stützenden Wirbelsäulenstrukturen. Ein wichtiger Vorteil der UBL-Technik ist, dass über einen einseitigen Zugang auch die Gegenseite dekomprimiert werden kann. So lässt sich eine ausreichende Kanalerweiterung mit begrenzterer Knochen- und Muskeldissektion anstreben. Bei richtig ausgewählten Patienten kann durch den weitgehenden Erhalt der Stützstrukturen auf Fusion und Schrauben verzichtet werden.“

Häufig gestellte Fragen

Was ist die schraubenfreie Stenoseoperation und wie erfolgt sie?

Eine mikrochirurgische Operation, bei der das knöcherne Dach einseitig entfernt und die Gegenseite von innen abgetragen wird, um beide Seiten des Kanals zu erweitern.

Wie hoch ist die Erfolgsquote?

Bei geeigneten Patienten entspricht sie der Operation mit Schrauben [1, 3]. Im Vergleich mit offener Chirurgie waren 84 % der Patienten zufrieden [4].

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Ja, jedoch geringer als bei offener Chirurgie: weniger Blutverlust und kürzerer Aufenthalt bei ähnlichem Duraläsionsrisiko. Da keine Schrauben eingesetzt werden, entfallen Risiken wie Schraubenlockerung [2, 4].

Wann kann ich aufstehen?

Etwa 4–6 Stunden nach der Operation, wenn die Narkosewirkung abgeklungen ist, können unsere Patienten aufstehen und gehen. Meist bleiben sie eine Nacht im Krankenhaus.

Verschwinden meine Beschwerden sofort?

Bei vielen Patienten ja: Beinschmerzen und Krämpfe beim Gehen nehmen früh deutlich ab. Taubheit und Kribbeln infolge langanhaltender Kompression können einige Wochen oder Monate brauchen, bis sie vollständig verschwinden.

Darf ich mich danach bücken?

Während der ersten 4–6 Wochen der Gewebeheilung sollten plötzliches Bücken, Verdrehen und schweres Heben vermieden werden. In die Hocke gehen mit gebeugten Knien oder Bewegungen nach ärztlicher Anleitung sind jedoch möglich.

Wann kann ich wieder arbeiten?

Bürotätige kehren meist nach 10–15 Tagen zurück; bei körperlich anstrengender Arbeit sind es 4–6 Wochen. Frühe leichte Spaziergänge erleichtern die Rückkehr.

Ist die Methode für jeden Patienten geeignet?

Nein. UBL oder Dekompression ohne Schrauben ist nicht automatisch für jede Stenose geeignet. Die Beurteilung berücksichtigt anatomische Art und Höhe der Enge, Stabilität, bestehendes Wirbelgleiten/Deformitäten, neurologische Befunde und den notwendigen Umfang der Dekompression.

Was kostet die Operation?

Die Kosten variieren je nach Patient und Krankenhausbedingungen; ein genauer Preis kann erst nach Untersuchung und Beurteilung der Bildgebung festgelegt werden.

Welcher Facharzt führt die Operation in Istanbul durch?

Zu den Ärzten gehört Op. Dr. M. Levent Deniz, Facharzt für Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie.

Literatur / References

  1. Försth P, Ólafsson G, Carlsson T, et al. A Randomized, Controlled Trial of Fusion Surgery for Lumbar Spinal Stenosis. N Engl J Med. 2016;374(15):1413-1423. PMID: 27074066. PubMed
  2. Karlsson T, Försth P, Skorpil M, et al. Decompression alone or decompression with fusion for lumbar spinal stenosis: a randomized clinical trial with two-year MRI follow-up. Bone Joint J. 2022;104-B(12):1343-1351. PMID: 36453045. PubMed
  3. Austevoll IM, Hermansen E, Fagerland MW, et al. Decompression with or without Fusion in Degenerative Lumbar Spondylolisthesis. N Engl J Med. 2021;385(6):526-538. PMID: 34347953. PubMed
  4. Phan K, Mobbs RJ. Minimally Invasive Versus Open Laminectomy for Lumbar Stenosis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Spine (Phila Pa 1976). 2016;41(2):E91-E100. PMID: 26555839. PubMed
  5. Ghogawala Z, Dziura J, Butler WE, et al. Laminectomy plus Fusion versus Laminectomy Alone for Lumbar Spondylolisthesis. N Engl J Med. 2016;374(15):1424-1434. PMID: 27074067. PubMed

Termine & praktische Informationen

Wie vereinbare ich einen Termin?

Ihre Terminanfrage können Sie per WhatsApp, telefonisch oder über das Kontaktformular senden. Wenn Sie Ihre Beschwerden und passende Zeiten kurz beschreiben, geht es schneller; wir melden uns so bald wie möglich.

Was sollten Sie zur Untersuchung mitbringen?

Bringen Sie, falls vorhanden, aktuelle MRT- und CT-Aufnahmen, frühere Befunde und OP-Berichte sowie eine Liste Ihrer regelmäßigen Medikamente mit. Das erleichtert die Beurteilung erheblich.

Was erwartet Sie beim ersten Termin?

Wir hören uns Ihre Beschwerden und Vorgeschichte an, führen eine neurologische Untersuchung durch und sehen Ihre vorhandenen Aufnahmen gemeinsam durch. Die Behandlungsoptionen werden anschließend mit Ihnen geplant — unter Berücksichtigung Ihrer Erwartungen und Ihres Lebensstils.

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